Anonymous vs. Interpol 1:0

Und wieder schlägt Anonymous zu. Diesmal wurde anscheinend die Internetseite der internationalen Kriminalpolizei-Organisation Interpol durch Anonymous-Hacker lahmgelegt. Cyber-Aktivisten des Hacker-Kollektivs sorgen seit Jahren für Aufsehen. Immer wieder bekennen sich Mitglieder von Anonymous und Symphatisanten dazu, Websites und Datenbanken von Unternehmen und Behörden gehackt zu haben. Zuletzt sollen sie für Attacken auf die US-Behörde CIA und das FBI verantwortlich gewesen sein. Auch große Unternehmen werden zu Opfern der Hackergruppe. So wurde der Internetauftritt des Kreditkartenunternehmens Mastercard von vermeintlichen Anonymous-Hackern lahmgelegt. Der Angriff sollte als Rache verstanden werden, weil Mastercard die Zusammenarbeit mit der Enthüllungsplattform Wikileaks kündigte. Zuletzt stand der Agrarkonzern Monsanto im Mittelpunkt von Cyber-Attacken, bei der diverse Datensätze kopiert und zum Teil veröffentlicht wurden. Das Unternehmen soll Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen, kleine Unternehmen aus dem Markt drängen und Lebensmittel genetisch verändern, ohne es kenntlich zu machen.

Der Angriff auf Interpol soll vor dem Hintergrund diverser Razzien gegen das Anonymous-Kollektiv stattgefunden haben. Unter dem Code-Namen “Operation Unmask” läuft schon seit Mitte Februar eine Interpol-Aktion, bei der mehrere Razzien in Südamerika und Europa durchgeführt wurden. Dabei wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Mitglieder festgenommen und etwa 250 Computer, Handys und weitere IT-Geräte sichergestellt. Auch Kreditkarten und Bargeld wurden beschlagnahmt. Die Hacker sind im Alter zwischen 17 und 40 Jahren und wurden in Spanien, Argentinien, Chile und Kolumbien verhaftet. Sie sollen unter anderem für Hackerangriffe auf Webseiten des kolumbianischen Verteidigungsministeriums, des Stromunternehmens Endesa und der Nationalbibliothek in Chile verantwortlich sein.

Die Attacke auf die Internetseite von Interpol wurde wohl auf dem sozialen Netzwerk Twitter losgetreten, wo dazu aufgefordert wurde gegen den losgetretenen “Krieg” von Interpol zurückzuschlagen. Ob es ein gezielter Angriff war oder der Interpol-Server aus anderen Gründen ausfiel und so nicht mehr erreichbar war, sollen weitere Ermittlungen zeigen.

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