Leck bei Anonymous – was weiß das FBI?

© Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com

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Die Geschehnisse um die beiden losen Hacker-Vereinigungen Anonymous und LulzSec klingen mittlerweile mehr nach einem großen Thriller als nach politischer Realität: Nach sechs Verhaftungen aus dem engsten Kreis der internationalen Hackerszene durch eine großangelegte Aktion der US-amerikanischen Bundespolizei FBI geht die Angst in der Szene der Hacker-Elite um. Möglich wurde der Ermittlungserfolg nur durch den Kronzeugen Sabu – so nannte er sich jedenfalls als Mitglied von Anonymous. Gemeinsam mit anderen Hackern gründete er seinen eigenen Club, LulzSec. Auf sein Konto gehen Angriffe auf Rechner des US-Senats, der Regierung von Tunesien und Simbabwe und Attacken auf Großunternehmen wie Sony.

Dass jemand aus ihrer Mitte, aus ihren eigenen Reihen, jemand, der als Star und Kopf verehrt wurde, nun zum Verräter wird und die Verhaftung von sechs hochkarätigen Hackern zu verantworten hat, schockt die internationale Hacker-Szene. Gerne würde man wissen, was der geheimnisvolle Sabu noch alles gegenüber dem FBI ausgeplaudert hat. Dieser wurde übrigens im vergangenen Juni vom FBI verhaftet – wegen Kreditkartenbetrugs und Identitätsdiebstahls. Dafür hätte es gerade mal zwei Jahre gegeben. Doch das FBI bekam  heraus, mit wem sie es hier wirklich zu tun hatten: Nach zwölf Schuldeingeständnissen rund um Computer-Hacking und Bankbetrug rechnete das FBI ihm vor, maximal könnte er für sage und schreibe 124 Jahre in den Knast gehen. Kein Wunder, dass so aus dem ehrenwertesten Elite-Hacker ein Saboteur wird.

Der 28-Jährige ist noch dazu Vater von zwei Kindern. Ein FBI-Mann charakterisierte den arbeitslosen Hacker als sehr schlau, aber ziemlich faul. Auch sein letzter Kommentar für die Öffentlichkeit im Internet war weise gewählt: Ein Zitat der politischen Freiheitskämpferin Rosa Luxemburg. Ob das allerdings auch Teil der Aktion vom FBI war, weiß man nicht. Hingegen weiß man, dass Sabu Chat-Mitschnitte veröffentlichte, Informationen über Hacker-Freunde weitergab und sogar für das FBI einen Server betrieb, auf dem andere Hacker Daten ablegen sollten.

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