Anonymous gegen rechten Versandshop

Das Neo-Nazi-Shop namens Deutsche Stimme wurde erneut zur Zielscheibe der Internetaktivisten Anonymous.

Zum zweiten Mal haben die Hacker das Internet-Versandhaus der NDP ins Visier genommen und umgestaltet. Dabei haben sie Szenen aus dem kontrafaktischen Kriegsfilms Inglourious Basterds von Quentin Tarantino gezeigt. Gleichzeitig wurden die Daten von mehr als 1.100 Käufer von Produkten der rechten Szene öffentlich gemacht und zum Herunterladen ins Netz gestellt. Zu lesen waren nicht nur die Namen, sondern auch die E-Mail-Adressen der Kunden des rechten Online-Shops. Inzwischen ist die Seite des Online-Versands nicht mehr zugänglich. Offiziell heißt es, dass Wartungsarbeiten durchgeführt werden.

Die Internetaktivisten Anonymus hatten im vergangenen Dezember die Aktion „Operation Blitzkrieg“ gestartet, mit der sie dazu aufgerufen haben, Webseiten rechtsradikaler Organisationen anzugreifen. Dabei haben sie diverse Internetseiten der rechten Szene ins Visier genommen und erfolgreich angegriffen. Darunter war auch das NDP-Versandhaus.

Expertenmeinungen zufolge kann das Versand-Haus zweifellos der NDP zugerechnet werden. Betreiber der Server ist die Agentur “naweko – Agentur für Neue Medien”, die ihrerseits dem Pressesprecher der NDP, Frank Franz, gehört. Sämtliche Internetseiten, die auf deren Servern liegen, werden immer wieder von Hackern angegriffen. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 20 rechtsextreme Seiten lahmgelegt oder neu gestaltet. Auch beim 28. Chaos Communication Congress (28C3) im letzten Dezember wurden die Server gehackt. Auch der Internetauftritt des  NPD-Vorsitzenden Holger Apfel wurde gehackt und kompromittiert.

Im Kampf gegen den Rechtsextremismus haben die Aktivisten von Anonymus bereits im Dezember die Enthüllungsseite nazi-leaks.net gegründet. Inzwischen existiert die Seite nicht mehr. Damals wurden hier brisante Daten aus dem rechtsextremen Umfeld öffentlich gemacht. Darunter waren private Daten von NPD-Sympathisanten wie deren Namen und Anschriften in Deutschland. Auch einige Kontaktdaten von mutmaßlichen Kunden rechter Versandhäusern wurden ins Netz gestellt. Die Enthüllungsseite war ein wichtiger Teil der „Operation Blitzkrieg“.

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