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Virentrends 2013 – So schützen Sie sich

Software zur VIruserkennung - Foto von: © panthermedia.net/Bernd Leitner

Software zur VIruserkennung - Foto von: © panthermedia.net/Bernd Leitner

Das Internet bietet neben den vielen Möglichkeiten immer wieder große Gefahren. Vor allem Viren und Trojaner können ein ernstes Problem für den eigenen Rechner und die darauf enthaltenen Daten werden. Wer nicht richtig geschützt ist, dem drohen extreme Schäden an Soft- und Hardware.

30 Millionen Schadprogramme registriert

Die Magdeburger Virenforschungsfirma AV-Test hat alleine im Jahr 2012 über 30 Millionen Viren, Trojaner und Würmer entdeckt. Das bedeutet, dass umgerechnet 100.000 Schädlinge täglich entstehen. Der infizierte Rechner ist dabei nicht nur eine ärgerliche, sondern ebenso eine teure Angelegenheit. Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland so bereits ein Schaden von ca. 2,83 Milliarden Euro verursacht wurde. Die Ersteller von Viren und dergleichen sind nicht immer Computergenies oder Ähnliches, denn durch neue Tools, den sogenannten Exploit-Kits, ist das Erstellen von Viren zu einem Kinderspiel geworden. Es braucht also nicht einmal einen Experten, um ein Schadprogramm zu schreiben. Damit dürften in diesem Jahr die Gefahren weiter zunehmen und umso wichtiger erscheint eine umfangreicher Schutz. Als Basisschutz empfiehlt sich vor allem die kostenlose Schutz-Software Avira. Damit werden in der Regel die Basics abgedeckt.

Android anfällig für Schädlinge

Inzwischen sind durch das „Cloud Computing“ die eigenen Daten nicht nur auf dem eigenen PC oder Mac gespeichert, sondern direkt im Netz. Das ist zwar oft sehr bequem, um von überall auf Daten zugreifen zu können, birgt aber auch Risiken. Bei der Auswahl einer Cloud sollte daher geprüft werden, ob die Daten verschlüsselt sind. 256 Bit sind Minimum. Ebenso unsicher ist das Teilen von privaten Inhalten auf sozialen Netzwerken wie Facebook. Hier müssen die Privatsphäre-Einstellungen modifiziert werden. Das Google Betriebssystem Android scheint ein Magnet für Schadprogramme zu sein, daher ein extra Schutzprogramm installieren. Häufiger kommt es inzwischen vor, dass der Rechner von Unbekannten gesperrt und nur gegen ein Lösegeld wieder entsperrt wird. Hierbei wird empfohlen, nicht zu zahlen. Selbst der Mac ist inzwischen nicht mehr vor Angriffen geschützt, wie Kaspersky feststellt. Hier sollte ebenfalls mit spezieller Schutz-Software reagiert werden. 

Google: Mit Schmuck gegen Hacker

So kennen wir den USB-Stick - kommt er bald als Schmuck daher? - Foto von: © Nomad_Soul - Fotolia.com

So kennen wir den USB-Stick - kommt er bald als Schmuck daher? - Foto von: © Nomad_Soul - Fotolia.com

Neues vom Suchmaschinengiganten Google: Mit USB-Schmuck will der US-amerikanische Konzern künftig Hackern und Cyberkriminellen die Arbeit schwerer machen. Der Internetriese soll an einem Fingerring arbeiten, der via USB mit einem Computer oder Tablet verbunden werden kann.

Ist der Passwortdschungel bald vorbei?

Jeder Internetnutzer kennt das Problem: Ob beim Online-Banking, Email-Account oder der eigenen Facebook-Seite, überall braucht es ein Passwort und am besten auch noch unterschiedliche und möglichst komplexe. Doch selbst diese Sicherheitsmechanismen reichen Google noch nicht aus. Um sich künftig nicht mehr schwer zu merkende Passwörter einprügeln zu müssen, arbeitet der Konzern mit Sitz in Kalifornien an einer Hardwarelösung. Diese soll laut Googles Angaben sicherer als die gängige Lösung beim Mobile Banking sein. Diese besteht aus einem zweiteiligen Kennwortsystem und einer zufällig erstellten, nur einmal gültigen Code-Nummer.

Das mobile USB-Schloss

Wird der Fingerring angelegt und mit dem Computer oder Mobile Device verbunden, soll dieser bei Programmen und im Internet die Identität des jeweiligen Nutzers verifizieren und so alle benötigten Passwörter freigeben. Der Passwortdschungel könnte also bald Schnee von gestern sein.

Auf USB-Schmuck ist der millionenschwere Konzern übrigens nur gekommen, weil dieser immer am Körper getragen werden kann und das Risiko, den Ring zu verlieren oder zu vergessen, minimal ist. Angeblich denkt Google aber auch über eine direkte Integration in Smartphones nach. Neben Ringen sollen auch andere Accessoires in der Planung sein.

Noch handelt es sich aber lediglich um Studien. Wann das mobile USB-Schloss kommen wird und in welcher endgültigen Form, darüber kann zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Dass aber neue Sicherheitsmechanismen kommen werden, ist ein Ding der Gewissheit. Täglich fallen viele Internetnutzer auf Phishing-Attacken herein und geben leichtfertig ihre gesamten virtuellen Daten preis. Die Verbindung von Hard- und Software, physischer Identitätskontrolle und Passwörtern, ist eine vielversprechende Lösung.

Chaos Computer Club mischt sich ein

Technik macht Datenüberwachung im Internet kinderleicht. - Foto von: © panthermedia.net/ balefire9 (J R Bale)

Technik macht Datenüberwachung im Internet kinderleicht. - Foto von: © panthermedia.net/ balefire9 (J R Bale)

„Wir werden uns einmischen müssen“, sagt Constanze Kurz auf dem Hacker-Kongress 29C3. Die Sprecherin des Chaos Computer Clubs, die den Kongress ausrichten, warnt vor der sogenannten Deep Packet Inspection. Das ist ist eine gefährliche Technik der Datenüberwachung. In Russland und China ist sie ein Hilfsmittel der Zensur. Auch in Deutschland kommt die Technik zum Einsatz.

Was genau ist Deep Packet Inspection?

Um das Tauschen von großen Datenmengen zu verhindern, installieren Mobilfunk-Provider Systeme, die in Datenpakete hineinschauen können. Deep Packet Inspection nennt sich diese Software, die in Russland der Grundstein für die Internetüberwachung ist. Mit der Technik lässt sich nicht nur das Filesharing sperren, sondern es können auch Websites sofort blockiert werden, die verbotenen Inhalt anbieten.

In Russland hat der Geheimdienst einen direkte Zugang zu den Providern, um in die Datenpakete Einsicht zu bekommen. Eigentlich darf der Geheimdienst nur mit einem Gerichtsbeschluss die Daten durchleuchten, doch die Provider können gar nicht nachverfolgen, wann und wer „abgehört“ wird.

Grundstein der Überwachungsmaschine

Was in Russland das Rückrad der Überwachungsmaschine ist, kommt auch in Deutschland zum Einsatz. Provider richten Deep Packet Inspection Systeme ein, um Filesharing oder die Skype-Nutzung zu unterbinden. Um das System zur Zensur- und Überwachungsmaschine zu machen, reichen wenige Handgriffe in der Konfigurationsdatei – die sind in wenigen Minuten gemacht.

Noch entscheidet die Gesetzeslage

Der Urheberrechtslobby kommt diese Technik nur ganz recht. Die Urheberschützer fordert das System auch für den Schutz des Urheberrechts einzusetzen. Das heißt, es wird in Echtzeit möglich, in den Datenverkehr reinzuschauen, ob ein Nutzer Urheberrechtsverletzungen begeht.

Noch gilt es als Eingriff in das Fernmeldegeheimnis, doch Gesetzte ändern sich ziemlich schnell, bemerkt Internetaktivist Markus Beckedahl. Die Kongressteilnehmer rufen gegen den Einsatz des Systems zum Widerstand auf und erinnern an den Protest gegen das Acta-Abkommen. Sorge haben die Aktivisten, gerade weil SPD und Union sich wieder für die Einführung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung einsetzten.

Hackerkongress 29C3 in Hamburg – ein Rückblick

Internet-Überwachung: Russische Verhältnisse auch in Deutschland. - Foto von: © panthermedia.net/ 145951 (Henry Smits-Bode)

Internet-Überwachung: Russische Verhältnisse auch in Deutschland. - Foto von: © panthermedia.net/ 145951 (Henry Smits-Bode)

Die Politik im Netz hat in den letzten Jahren eine unglaubliche Entwicklung genommen. Das Internet ist immer wichtiger für die Menschen geworden, und mittlerweile kann sich niemand mehr vorstellen auf das Netz als Informationsquelle zu verzichten. 

Gefahr durch Überwachung

Im Zuge der Entwicklung entstehen ebenso neue Probleme, die anfänglich gar nicht als solche wahrgenommen wurden. Auf dem Hacker-Kongress 29C3 wurden jetzt aktuelle Themen behandelt und diskutiert. Ein großes Thema ist die Zensur im internet sowie die Überwachung. Viele halten das immer noch für Probleme mit denen hauptsächlich die Russen und Chinesen zu kämpfen haben, doch in Deutschland gibt es diese Technik längst, ohne dass es den meisten auffällt. Doch dafür ist der Chaos Computer Club da, die versuchen aufzuklären und vor einer Entwicklung in die falsche Richtung zu warnen. Das Absurde ist, dass viele Überwachungstechniken im Internet zuerst aus kommerziellen Gründen eingeführt wurden. In Russland beispielsweise wollten die großen Mobilfunk-Provider nur eine Möglichkeit haben, das Tauschen großer Datenmengen über das Mobilfunknetz zu verbieten. Deshalb entwickelten sie ein System, mit dem in Datenpakete hineingeschaut werden kann: Deep Packet Inspection. Somit war der Grundstein für eine umfangreiche Internetzensur gelegt. Nun kann ein Gericht die Sperrung jeder illegalen Seite anordnen. Was legal und was illegal ist, dass entscheidet das Gericht. Zusätzlich gibt es sogar Direktleitungen von den Providern zum Inlandsgeheimdienst. Die können mit einem Gerichtsbeschluss jedes Datenpaket ausspionieren, ohne den Provider zu informieren.

Kritischer Umgang mit Technik

In Deutschland gibt es derzeit eine ähnliche Entwicklung. Der Grundstein der Überwachung wird wieder auf kommerzieller Ebene durch bestimmte Unternehmen gelegt, die nur Filesharing verhindern wollen. Doch diese Technik kann genauso schnell dazu verwendet werden jede Aktivität der Internetnutzer zu überwachen, jede Seite, die regierungskritische Inhalte hat, aus vorgehaltenen Gründen zu sperren. Die Entwicklung kann schnell von einfachen Urheberrechtsschutz zu einem umfassenden Überwachungsstaat fortschreiten. Meistens sind nur kleine Änderungen notwendig. 

Online-Banking durch Android Trojaner in Gefahr

Cyberkriminelle entwickeln immer mehr Schadsoftware für Smartphones. - Foto von: © Ben Chams - Fotolia.com

Cyberkriminelle entwickeln immer mehr Schadsoftware für Smartphones. - Foto von: © Ben Chams - Fotolia.com

Cyberkriminelle erproben zum ersten Mal ein neuartiges Angriffs-Verfahren, um auf Bankkonten von Smartphone-Besitzern zuzugreifen. Wie die Berliner Polizei kürzlich berichtete, seien auf diesem Weg bereits einige Konten leergeräumt worden. Dabei weiß die Polizei schon seit gut einem Jahr von der Masche.

Falsches Sicherheitsupdate klaut TANs

Der Trick der Cyberkriminellen: Durch Malware und Viren werden die Login- und Kontodaten eines Online-Banking-Nutzers ausgespäht. Auf einer falsche Webseite, die vortäuscht, von der richtigen Bank zu kommen, sollen Nutzer dann ein Sicherheitsupdate für die Handy-TANs installieren. Dazu muss der Nutzer sein Handymodell und die Telefonnummer angeben. Per SMS kommt dann ein Downloadlink für das vermeintliche Sicherheitsupdate. In Wirklichkeit aber wird noch mehr Schadsoftware installiert, die automatisch Handy-TANs von der Bank an die Kriminellen weiterleitet. So sollen bereits mehrere Konten und selbst Dispokredite leergeräumt worden sein.

Stets vorsichtig bleiben

Das Verfahren ist nicht wirklich neu: Wer bei verdächtigen Webseiten und Formularen nicht skeptisch bleibt, sollte im 21. Jahrhundert auch besser gar nicht erst ins Internet. Doch die Masche der bislang unbekannten Cyberkriminellen ist besonders ausgeklügelt: Durch die Verbindung von Login-Daten, gefälschter Bank-Seite und Einbeziehung des Handys fühlen sich viele Nutzer von Online-Banking sicher – und geben vorschnell ihre Daten ein. Wer also eine merkwürdige Mitteilung seiner Bank erhält, sei es per E-Mail, Pop-Up oder SMS, sollte stets vorsichtig bleiben und im Zweifelsfall einfach bei der Bank nachfragen.

Guten Virenschutz zulegen

Der Fall zeigt, dass ein guter Virenschutz heutzutage unumgänglich ist. Mit aktuellem Virenschutz und neuesten Updates wird die Installation der Schadsoftware automatisch verhindert. Im Internet finden sich auch zahlreiche kostenfreie Angebote. Doch Augen auf: Vielleicht steckt hinter einem vermeintlichen Virenschutz die nächste Masche von Cyberkriminellen …

‘Engage’ plant Konservierung des Urheberrechts

Der unionsnahe Verein namens „EnGAGE“ informiert auf einem Informationsportal im Internet über die Thematik Urheberrecht und Filesharing - ist dabei aber sehr einseitig - Foto von: © fovito - Fotolia.com

Der unionsnahe Verein namens „EnGAGE“ informiert auf einem Informationsportal im Internet über die Thematik Urheberrecht und Filesharing - ist dabei aber sehr einseitig - Foto von: © fovito - Fotolia.com

Das Thema Urheberrecht und Internet sorgt schon seit einiger Zeit für heiße Debatten. Klar ist, dass das “neue Medium” eine neue Form der Verwertung von kreativem, geistigem Eigentum braucht. Wie diese aber aussehen soll, ist noch immer ungewiss. Ein unionsnaher Verein namens „Engage“ will mit einem Informationsportal im Internet über die Thematik informieren.

Geistiges Eigentum schützen

Neutrale Infos und Fakten sucht man auf den Seiten allerdings vergeblich. Das Portal schlägt sich klar auf Seite der alten Schule, die das geistige Eigentum im Internet streng schützen will und das Urheberrecht als „rechtlichen Anker“ für die Kultur sieht. Hinter dem Portal stecken die Kölner Forschungsstelle für Medienrecht und die Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Fachhochschule Köln. Finanziert wurde das Projekt von der Regierung, genauer gesagt aus dem Topf des Kulturstaatsministers Bernd Neumann von der CDU. Der scheint beim Erstellen der Seiten auch den Ton angegeben zu haben: Der konservative Politiker fordert schon lange ein härteres Vorgehen gegen illegale Filesharer und legte sich deswegen auch schon mit der Justizministerin an.

Pauschalisierender Verein

„Engage“ informiert nicht nur nicht, sondern pauschalisiert und lädt die Debatte nur noch weiter auf. Doch damit nicht genug: Die Seite wirkt wie eine Werbung für harte Warnmodelle, bei denen Internetanbietern eng mit der Polizei kooperieren. Verzeichnen sie Urheberrechtsverletzungen, leiten sie die Informationen sofort weiter. Das Verfahren ist bereits in Frankreich und den USA etabliert, in Deutschland gilt es als umstritten und datenschutzrechtlich äußerst problematisch. Blickt man auf den Seiten von „Engage“ in die Rubrik „Meinungen“, findet man lediglich positive Stellungsnahmen für das härtere Durchgreifen gegen Filesharer. Mit ein wenig Recherche findet man schnell heraus, dass „Engage“ auf alles andere als neutrales Personal setzt: Der Vorsitzende, der Jura-Professor Rolf Schwartmann, ist ein Fürsprecher für das umstrittene „Two-Strikes-Modell“, der Geschäftsführer Henner Hentsch gleichzeitig Mitarbeiter des CDU-Abgeordneten Günter Krings, der Urheberrechts-Hardliner der Union überhaupt. Peinlich.

Julian Assange: Buch über Netzpolititik geplant

In dem Buch mit dem Titel „Cypherpunks: Freedom and the Future of the Internet“ geht es um die Freiheit im weltweiten Datennetz, Datenschutz und Einflussnahme von Großunternehmen. - Foto von: © panthermedia.net/wklzzz (wu kailiang)

In dem Buch mit dem Titel „Cypherpunks: Freedom and the Future of the Internet“ geht es um die Freiheit im weltweiten Datennetz, Datenschutz und Einflussnahme von Großunternehmen. - Foto von: © panthermedia.net/wklzzz (wu kailiang)

Es mehren sich die Gerüchte, dass der Wikileaks-Gründer Julian Assange gemeinsam mit drei anderen Aktivisten aus der Hacker-Szene ein Buch über Gegenwart und Zukunft der Netzpolitik veröffentlichen wird. Es soll am 26. November unter dem Titel „Cypherpunks: Freedom and the Future of the Internet“ erscheinen. Es geht darin um die Freiheit im weltweiten Datennetz und Formen des dadurch ermöglichten Widerstands gegen etablierte Strukturen und Instuitutionen.

Als Co-Autoren fungieren der Tor-Entwickler und Wikileaks-Aktivist Jacob Applebaum (USA), Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club (BRD) und der Netzpolitik-Aktivist Jeremie Zimmermann (FRA), allesamt von Assange als innovative Denker und kampferprobte Gesellen auf den Schlachtfeldern des Cyberspaces beschrieben. Der Inhalt des Buches basiert laut der Aussage von Zimmermann auf einer Folge der TV-Sendung „The World Tomorrow“ von Julian Assange, in der die Autoren erstmals aufeinandertrafen und ihre Thesen entwickelten.

Es geht um Themen wie den Datenschutz, Einflussnahme von Großunternehmen auf politische Entscheidungen, Formen der digitalen Bürgerbeteiligung und Protestformen, Transparenz und vieles mehr. Die Inhalte aus der Sendung sind jedoch nur in etwa die Hälfte des Inhalts des Buches, die Themen werden viel tiefgründiger und umfassender behandelt. Es geht in erster Linie um die Zukunft des Internets, dass nach Assanges Ansicht bedroht ist von Zensur und Überwachungsmechanismen.
Es gilt, eine breite Öffentlichkeit über die Vorgänge und die jetzige Situation zu informieren, um eine bislang nur von Experten geführte Diskussion auch dem Durchschnitts-Surfer nahezubringen. Die Anregung zu dem Buch ging offenbar von Assange aus, so jedenfalls ein Sprecher des Verlags OR Books. Assange hat offenbar auch einen Vorschuss erhalten, über die Höhe der Zuwendung wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. Über eine Übersetzung des Buchs in andere Sprachen ist noch nichts bekannt, es wird jedoch in englischer Sprache als herkömmliches Buch und auch als eBook erscheinen.

Ein Passwort, viele Dienste – Kinderspiel für Hacker

Immer noch schützen sich zu wenige Leute vor Hacker-Angriffen.

Immer noch schützen sich zu wenige Leute vor Hacker-Angriffen.

Wer im Internet ein und dasselbe Passwort für unterschiedliche Dienste und Webseiten verwendet, läuft ein hohes Risiko, einem Cyberkriminellen zum Opfer zu fallen. Besonders problematisch in der Hinsicht sind die vielen Cloud-Dienste, die gerade wie Pilze aus dem Boden schießen. Selbst großen Unternehmen wie Apple, Google oder Microsoft sollte man dabei nicht blindlings vertrauen. Denn der Clou an der digitalen Wolke ist ja gerade, möglichst viele Funktionen unter nur einem Passwort und Login-Namen zu vereinen. Das ist für den Benutzer äußerst praktisch, für einen Hacker allerdings auch. Denn hat er einmal Passwort und Login, kann er aufs Email-Postfach genauso zugreifen wie aufs Bankkonto oder die Facebook-Seite. Selbst bei offiziellen Support-Hotlines könnte sich ein Krimineller melden und die Sperrung seiner vermeintlichen Geräte beantragen, während er fleißig weiter die Konten des echten Besitzers leer räumt.

Zur Naivität im Umgang mit Passwörtern und Benutzernamen kommt es, weil viele Internetnutzer noch nicht genug über die Cyberkriminalität wissen und dass sie sehr wohl eine reale Gefahr ist. Vor Jahren war ein Account auch lediglich eine Kommunikationsmethode – heute steckt dahinter eine komplette digitale Identität. Nicht nur persönliche Daten können bei einem erfolgreichen Hacker-Angriff ganz schnell publik werden, auch Amazon-Konten oder andere Bezahl-Dienste stehen dem Kriminellen plötzlich offen. Wer für unterschiedliche Webseiten und Dienste immer denselben Login und dasselbe Passwort wählt, erhöht mit jedem neuen Datensatz im Internet das Risiko, dass seine Daten geknackt werden und er einer solchen Attacke zum Opfer fällt.

Denn selbst den ganz Großen unterlaufen Fehler: So gab es in den vergangenen Monaten bereits viele Pannen rund um den Datenschutz bei bekannten Unternehmen und Dienstleistern zu verkünden. Yahoo und Sony mussten millionenfachen Datenklau einräumen, genauso der beliebte Musikdienst last.fm. Bei kleinen und unprofessionellen Webseiten ist das Risiko groß, dass solche Attacken gar nicht erst erkannt werden. Besser mit mehreren Logins und unterschiedlichen Passwörtern auf der sicheren Seite sein!

© tiero – Fotolia.com

Acta ist tot! Kommt jetzt Ceta?

Auf ACTA folgt CETA. Kann auch das nächste umstrittene Gesetz gekippt werden?

Auf ACTA folgt CETA. Kann auch das nächste umstrittene Gesetz gekippt werden?

Das Internet als rechtsfreier Raum? Immer wieder hört man aus Regierungskreisen diese Bezeichnung, wenn versucht wird, im internet für mehr Überwachung zu plädieren. Es wird so getan, als wenn die meisten Menschen das Internet lediglich verwenden, um Gesetzeslücken auszunutzen und bestehende Gesetze zu verletzen. Mit solchen Argumenten werden dann Gesetze durchgebracht, die die Freiheit des Einzelnen im Netz beschränken und ihn so streng wie möglich überwachen.

Glücklicherweise gibt es immer noch großen Widerstand gegen viele Pläne der Regierung. Eines der prominentesten Beispiele ist sicher das geplante Acta-Abkommen, das letztlich aufgrund des großen Protestes dagegen zunächst nicht verabschiedet wurde. Damit ist jedoch der Kampf gegen Restriktionen im Internet noch lange nicht vorbei, denn neue Gesetze, die Freiheit im Netz zu beschränken, stehen schon bereit. Nun kommt ein neues Gesetz mit dem Namen „Comprehensive Economic Trade Agreement“, kurz CETA, daher, welches dem ursprünglichen Acta-Abkommen in vielen Punkten gleicht. Auch dagegen mehrt sich jetzt der Widerstand, sodass Anonymus europaweite Proteste angekündigt hat.

Einfach wird es nicht für die Organisationen, geplante Gesetze auch umzusetzen. Inzwischen hat sich ein breiter und gut informierter Widerstand im Internet gebildet. Sobald ein Abkommen in den Verdacht gerät, lediglich zur Beschneidung von Rechten und zur Überwachung genutzt zu werden, ist der Protest gewiss. So wie bei dem Meldegesetz der Bundesregierung, das mittlerweile keiner mehr so wirklich haben möchte. Das Problem bei vielen geplanten Gesetzen ist, dass dadurch nur gewisse Gruppen wirklich profitieren, während die Macht des Einzelnen weiter geschwächt wird. Dadurch würde das Internet aber auch das verlieren, was es in gewisser Weise auch ausmacht.

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100 Accesspoints in Berlin: offen aber sicher

© lassedesignen - Fotolia.com

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Offene und ungeschützte WLAN-Netze bedeuten oft ein erhebliches Risiko für ihre Besitzer. Denn auch wenn sie nicht selbst illegal werden, sind sie für alle Aktionen in ihrem Netzwerk haftbar. Wenn sich also jemand in ein fremdes WLAN einloggt und dort geschützte Daten hochlädt, muss der Besitzer für den Verstoß haften. Problematisch ist das natürlich für öffentliche Internet-Accesspoints. Damit es dort nicht zu solchen ungerechten Verfahren kommt, programmiert der Förderverein „Freie Netze“ in Berlin gerade 100 solcher offen zugänglichen Internetnetze um.

Dazu ist aber viel Know-How nötig: Denn um sich vor Abmahnern zu schützen, leitet der Verein das Internet über einen schwedischen Anbieter weiter. Der hat 100 so genannte VPN-Tunnel spendiert. Das bedeutet, dass jegliche Aktivität im Netz erst nach Schweden verweist. Dort wird die Anfrage anonymisiert und so modifiziert, dass keine Rückverfolgung mehr möglich ist. Kommt es zu einem Verfahren, stehen die Ermittler mit leeren Händen da.

Profis kennen dieses Verfahren wahrscheinlich schon vom Dienst Tor. Der verschleiert über drei Servern die genaue Herkunft der Anfragen, ist aber auch dementsprechend langsam und wenig sinnvoll für öffentliche Netze. Obwohl solche Lösungen die Rechtsverfolgung hindern, sind sie nicht illegal – was die Sinnlosigkeit der aktuellen Gesetzgebung unterstreicht.

Das Verfahren, das der Verein „Freie Netze“ verwendet, nennt sich Open WRT. Zusammen mit einem WLAN-Endgerät brauchen Besitzer von Internet-Cafés oder -Hotspots nicht mehr um Abmahnungen und Anwälte zu bangen. Die hundert fertigen Boxen mit anonymen Internet werden jetzt an Cafés und Bars in den Berliner Bezirken Kreuzberg und Friedrichshain verteilt. Die Besitzer der Boxen haben dann die volle Kontrolle über das Netz: Alle Einstellungen können angepasst werden, es gibt keinerlei Einschränkungen oder Nachteile. Der engagierte Verein sieht die aktuelle Gesetzgebung als großes Problem: Die jetzige Rechtsprechung ist ein fauler Kompromiss und ungerecht. Nun ist es an der Politik, bessere und vor allem fairere Alternativen anzubieten.