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Verurteilung von minderjährigem Hacker

Der Hacker Cosmos, ein Mitglied des Kollektivs Anonymous, wurde in den USA zu 5 Jahren Bewährung verurteilt. - Foto von: © panthermedia.net/ 164089 (daniel cosma)

Der Hacker Cosmos, ein Mitglied des Kollektivs Anonymous, wurde in den USA zu 5 Jahren Bewährung verurteilt. – Foto von: © panthermedia.net/ 164089 (daniel cosma)

Der Hacker „Cosmo“ ist erst 15 Jahre alt und hat dennoch eine lange Liste von Straftaten vorzuweisen. Der Minderjährige ist der Kopf der Gruppe „UGNazi“, die u. a. für den sogenannten „Tango Down“ verantwortlich ist. Die Hacker-Aktivisten knackten die Seite der US-Regierung, um an Personendaten der Regierungsmitglieder heranzukommen. Vor einem Jugendgericht im kalifornischen Long Beach hatte sich „Cosmo“ zu verantworten, das ihn nun verurteilte.

Bewährungsstrafe und Internetabstinenz

Um mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen, soll der 15-Jährige mehrere Straftaten bekannt haben, das zumindest berichtet das Magazin „Wired“. Mit Rücksicht auf das Alter erhielt der Hacker nun eine Bewährung bis zu seinem 21. Lebensjahr. Das Gericht fügte weitere Auflagen hinzu: „Cosmo“ darf in seiner Bewährungszeit nicht ohne Aufsicht ins Internet. Außerdem musste er alle Logins und Passwörter abgeben. Auch die sozialen Kontakte werden durch die Bewährung eingeschränkt. Weder darf „Cosmo“ Kontakt mit der Gruppe Anonymous aufnehmen noch darf er seine alten Hacker-Freunde von „UGNazi“ kontaktieren. Tut er es doch, drohen ihm eine Haft von drei Jahren.

Hunderttausende vertrauliche Kundendaten veröffentlicht

Auslöser für die Verhaftung des 15-Jährigen Ende Mai war der Einbruch in den Server des britischen Zahlungsabwicklers WHMCS. „Cosmo“ und seine UGNazi-Kumpanen hackten den Server und kopierten deren Inhalte, um sie danach im Internet zu veröffentlichen. Darunter waren vertrauliche Daten von rund 130.000 Kunden. Zudem hatte „UGNazi“ auch Zugriff auf den Twitter-Account von WHMCS. Den Zugang hat sich die Hacker-Gruppe durch Social Engineering verschafft. Dazu rief einer der Hacker – mutmaßlich „Cosmo“ – bei dem Hoster von WHMCS an. Er gab sich als Geschäftsführer aus und kannte die richtigen Antworten zu den Sicherheitsabfragen. So bekamm der Hacker den gesamten Zugang zum Hauptserver von WHMCS. Doch hinterließ der Hacker Spuren. Daraufhin konnte die Strafverfolgungsbehörde der US-Amerikaner FBI ihn verhaften.

Anonymous vs. Interpol 1:0

© fovito - Fotolia.com

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 Und wieder schlägt Anonymous zu. Diesmal wurde anscheinend die Internetseite der internationalen Kriminalpolizei-Organisation Interpol durch Anonymous-Hacker lahmgelegt. Cyber-Aktivisten des Hacker-Kollektivs sorgen seit Jahren für Aufsehen. Immer wieder bekennen sich Mitglieder von Anonymous und Symphatisanten dazu, Websites und Datenbanken von Unternehmen und Behörden gehackt zu haben. Zuletzt sollen sie für Attacken auf die US-Behörde CIA und das FBI verantwortlich gewesen sein. Auch große Unternehmen werden zu Opfern der Hackergruppe. So wurde der Internetauftritt des Kreditkartenunternehmens Mastercard von vermeintlichen Anonymous-Hackern lahmgelegt. Der Angriff sollte als Rache verstanden werden, weil Mastercard die Zusammenarbeit mit der Enthüllungsplattform Wikileaks kündigte. Zuletzt stand der Agrarkonzern Monsanto im Mittelpunkt von Cyber-Attacken, bei der diverse Datensätze kopiert und zum Teil veröffentlicht wurden. Das Unternehmen soll Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen, kleine Unternehmen aus dem Markt drängen und Lebensmittel genetisch verändern, ohne es kenntlich zu machen.

Der Angriff auf Interpol soll vor dem Hintergrund diverser Razzien gegen das Anonymous-Kollektiv stattgefunden haben. Unter dem Code-Namen “Operation Unmask” läuft schon seit Mitte Februar eine Interpol-Aktion, bei der mehrere Razzien in Südamerika und Europa durchgeführt wurden. Dabei wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Mitglieder festgenommen und etwa 250 Computer, Handys und weitere IT-Geräte sichergestellt. Auch Kreditkarten und Bargeld wurden beschlagnahmt. Die Hacker sind im Alter zwischen 17 und 40 Jahren und wurden in Spanien, Argentinien, Chile und Kolumbien verhaftet. Sie sollen unter anderem für Hackerangriffe auf Webseiten des kolumbianischen Verteidigungsministeriums, des Stromunternehmens Endesa und der Nationalbibliothek in Chile verantwortlich sein.

Die Attacke auf die Internetseite von Interpol wurde wohl auf dem sozialen Netzwerk Twitter losgetreten, wo dazu aufgefordert wurde gegen den losgetretenen “Krieg” von Interpol zurückzuschlagen. Ob es ein gezielter Angriff war oder der Interpol-Server aus anderen Gründen ausfiel und so nicht mehr erreichbar war, sollen weitere Ermittlungen zeigen.

350.000 Daten: Hacker verschafft sich Eintritt zu Porno-Portal

Ein neuer Fall eines Hackerangriffs sorgte vor Kurzem für Aufsehen, zumindest bei den Betroffenen. Ein bislang unbekannter Hacker soll sich dabei Zugriff auf rund 350.000 Datensätze einer Pornoseite verschafft haben und nun im Besitz der Nutzerdaten der Pornowebsite “Brazzers” sein. Brazzers gehört dem Betreiberunternehmen Manwin mit Seitz in Luxemburg. Zu dem Unternehmen gehören auch die bekanntere Plattform Youporn. Manwin hat in den vergangenen Jahren großen Erfolg und betreibt immer mehr Web-2.0-Pornoseiten wie Pornhub, Xtube und Extremtube sowie neben Brazzers weitere Onlinepornoangebote wie Wicked Pictures, Digital Playground und Mofos. Seit Ende 2011 beteiligt sich Manwin als Partner in der Playboy-Sparte Playboy Plus Entertainment.

Den Hackerangriff bezeichnete eine Unternehmenssprecherin als illegale und verbotene cyberkriminelle Aktivitäten und bestätigte, dass der Fall untersucht werde. Gleichzeitig wurden die Betroffenen beruhigt und man versicherte, dass keine Kreditkartendaten vom Datenklau betroffen sind. Zudem werden die Opfer entschädigt und bekommen in diesem Zuge freie Zugänge zu den Seiten Brazzers.com und Mofos.com.

Bei der Nachrichtenagentur AP meldete sich ein Hacker, der sich zu dem Angriff bekannte. Er soll 17 Jahre jung sein, in Marokko leben und wollte weder jemanden schaden, noch hatte er finanzielle Motive. Er wollte lediglich auf das lückenhafte Sicherheitssystem der Website aufmerksam machen. Für ein weni Brisanz sorgte die Aussage, dass er sich mit der Hackerbewegung Anonymus verbunden fühlt, die für zahlreiche Hackerattacken auf Firmen wie Mastercard und Behörden wie dem US-Geheimdienst CIA verantworlich gemacht werden. Ob der Porno-Hacker tatsächlich zum Anonymus-Kollektiv gehört, ist weiterhin unklar. Anonymus ist dafür bekannt, dass es keine festen Strukturen gibt und die Hacker nur lose organisiert sind.