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Blasphemie! – Hacker machen keinen Halt vorm Vatikan

© fabiomax.com - Fotolia.com

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Manchen Menschen scheint auch wirklich gar nichts heilig zu sein – im wahrsten Sinne des Wortes. Dass das Hacker-Kollektiv Anonymous vor gar nichts Halt macht, wurde in der vergangenen Woche ersichtlich, als die Internetseite des Vatikans für einige Stunden lahmgelegt wurde. Zu der Hacker-Attacke bekannte sich die Gruppe „Anonymous Italia“, die damit Kritik an den Lehren, Liturgien sowie den absurden und anachronistischen Geboten der Kirche äußern wollte.

Ob der Angriff tatsächlich von Mitgliedern der Anonymous-Gruppe ausging, ist weiter unklar, da sich das Kollektiv durch ihre lose organisierte Struktur auszeichnet, wo im Grunde jeder unter dem Namen „Anonymous“ aktiv werden kann. So wurden schon die letzten Hacker-Angriffe auf US-Behörden und Unternehmen immer wieder Anonymous angelastet, obwohl in vielen Fällen nur Einzeltäter verantwortlich waren, die lediglich mit dem Kollektiv sympathisieren.

Dennoch wurden gleich mehrere Webseiten mit Bezug zum Vatikan (vatican.va, vaticanstate.va, osservatoremano.va) gehackt und blockiert. Obwohl es schon mehrfach Versuche gab, den Vatikan auf cyberdigitale Weise zu korrumpieren, war dies bislang der größte und effektivste Angriff auf den Heiligen Stuhl in Rom. Im Blog von „Anonymous Italia“ konnte man nach der Aktion auch noch eine schriftliche Erklärung finden: „Ihr habt im Lauf der Geschichte Texte von höchstem Wert verbrannt, habt eure Kritiker hingerichtet, habt universell anerkannte wissenschaftliche Theorien verneint und Ablasshandel betrieben“.

Kritische Worte sind aus der Anonymous-Ecke durchaus bekannt, dass diese nun aber mit religiösem Hintergrund versehen werden, ist neu und wirft die Frage auf, für was die Hacker nun eigentlich stehen wollen. Es scheint vielmehr so, als würde nun ein weiterer Bereich der Gesellschaft in den „digitalen Krieg“ einer Minderheit hineingezogen werden. Der Meinungsfreiheit sei Dank.

Agrarkonzern erneut gehackt

 

© Kesu - Fotolia.com

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Es scheint, als würde derzeit eine kleine mehr oder weniger organisierte “Hacker-Kampagne” laufen. Die Organisatoren: Anonymous. Das für Hacker-Angriffe auf Kreditkartenunternehmen und US-Behörden bekannte Kollektiv geht immer dort zu Werke, wo vermeintliches Unrecht passiert. Dass sie dabei in der Regel ihren eigenen Vorstellungen von Recht und Ordnung folgen, scheint nebensächlich zu sein. In der jüngeren Vergangenheit gab es eine ganze Reihe von Hacker-Attacken, die Anonymous und deren Anhänger angelastet werden. Dabei ist meist unklar, ob es sich bei den Tätern tatsächlich um Mitglieder des Kollektivs handelt. Eine klare Zuordnung gestaltet sich auch schwierig, da die Gruppe nur lose organisiert ist und im Grunde jeder im Namen von Anonymous agieren kann. Zudem gesellt sich eine Schar von “selbstständigen” Hackern zur Gruppe, die mit dem Kollektiv sympathisieren.

Nun zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres musste sich der Agrarkonzern Monsanto eine vermeintliche Anonymous-Attacke gefallen lassen. Offiziell hat sich die Gruppe “AntiSec” zu dem Datenklau bekannt, die jedoch dem Umfeld von Anonymous zugeordnet werden kann. Sie verschafften sich Zugang zu diversen Datenbanken des Unternehmens und veröffentlichten im Anschluss eine veraltete Version der Daten. In einem Bekennerschreiben wiesen sie aber darauf hin, dass es ihnen bewusst war, alte Datensätze öffentlich zu machen und stellten klar, dass das nur eine Warnung, eine Art Vorgeschmack sein sollte.

Schon im Juni des vergangenen Jahres wurde Monsanto von Anonymous-Aktivisten gehackt, die dabei mehr als 2.500 Datensätze in ihren Besitz brachten. Sie werfen dem Agrarunternehmen vor, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben und weiterhin begehen. Zum einen soll das börsendotierte Unternehmen mit Sitz in den USA mittels ihrer Rechtsabteilung über 9.000 Klein- und Ökobauern mit Patentklagen in den Ruin getrieben haben. Zum anderen soll Monsanto die Beimischung schädlicher Stoffe zu Lebensmitteln vornehmen, die nicht in diesem Zusammenhang als verändert deklariert werden.