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Neue Netzpolitik in Frankreich mit Hollande?

© CHANCE-UP-MANAGER - Fotolia.com

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Ändert sich durch den Machtwechsel in Frankreich nicht nur der französische Kurs in der europäischen Schuldenkrise, sondern auch der Umgang unserer Nachbarn mit dem Internet? Nachdem der ehemalige rechte Präsident Sarkozy seinen Posten räumen musste und nun der Sozialist Hollande über Frankreich wacht, haben auch die Hoffnungen der französischen Netzaktivisten frischen Wind bekommen.

Denn Sarkozy versuchte das Internet zu kontrollieren, anstatt weiter auszubauen und zu öffnen. Dabei wurden die Bürgerrechte nicht nur einmal verletzt. Der tolerante Hollande dagegen könnte endlich die Chance des Internets erkennen und sein volles Potential ausschöpfen. Doch bislang gibt es nur wenig präzise Ankündigungen, der neue Präsident hüllt sich lieber in einen Mantel der Vagheit. So fordert auch Jérémie Zimmermann, Frankreichs wohl bekanntester Netzaktivist von der Organisation „La Quadrature du Net“, Hollande an seinen Taten und nicht an seinen Wahlversprechen zu messen.

Und selbst im Wahlkampf hatte das Thema Internet allenfalls eine Nebenrolle gespielt, wirtschaftliche und soziale Fragen standen im Vordergrund. Dabei gibt der Umgang der Sarkozy-Regierung mit dem Internet einiges Kritikwürdiges her: Etwa die Einrichtung der so genannten Hadopi-Behörde, die gegen illegale Downloads vorgeht. Wird man in Frankreich beim Runterladen von geschütztem Material erwischt, droht einem seitdem bei mehrmaligen Verstößen eine Kappung des Internetanschlusses.

Das Gesetz ist bis heute kontrovers diskutiert und zeigt statistisch gesehen auch kaum die erwünschten Konsequenzen. Von Hollande fehlt aber in dieser Angelegenheit ein klares Wort: In den letzten Wochen gab es genau so zu hören, dass das Gesetz bald abgeschafft würde, als auch, dass das Gesetz überarbeitet werden solle. Hollande scheint sich nicht ganz klar darüber zu sein, wessen Unterstützung er eher braucht: Die der Bürger, die sich ein freies, demokratisches Internet wünschen, oder die der Kultur- und Kunstindustrie, die auf ihre Interessen pochen. Hollande, ein Meister der Vagheit ohne klaren Kurs?

Frankreich will Rechtsradikalismus im Internet verfolgen

© Jun Dangoy - Fotolia.com

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In Frankreich sind nach der tragischen Mordserie in Toulouse 7 Menschen gestorben. Diese sind dabei ganz klar Opfer eines rechtsradikalen Täters geworden, da sie unter anderem jüdisch waren. Frankreichs Präsident Sarkozy möchte daraus jetzt Konsequenzen ziehen und sich gegen die Verbreitung von rechtsextremen Gedankengut aussprechen. Dabei gehe es ihm vor allem darum, die Verbreitung über das Internet einzudämmen. So sei es bisher in Frankreich strafbar, wenn man Internetseiten mit pädophilen Inhalten besuche, jedoch nicht, wenn man rechtsextremistisches Gedankengut verbreite oder aber Seiten besuche, die zu Mord und Terrorismus aufrufen. Dies möchte Sarkozy nun ändern und für solche Seiten die gleichen Regelungen beschließen.

Dabei trifft er jedoch auf einen enormen Widerstand in Opposition und auch in der Bevölkerung. Gerade die Bevölkerung befürchtet dadurch, dass das Internet weiter zensiert werden würde. So äußern immer wieder viele ihren Unmut darüber, wie sehr das Internet schon bewacht werden würde und Frankreich sich immer mehr zum überwachungsstaat des Internets entwickle. So spricht auch die Tatsache für sich, dass Frankreich das einzige europäische Land ist, welches auf der RSF-Liste “Feinde des Internets” auftaucht, was nun schon zum zweiten Mal im Folge geschah.

Natürlich sind die Opposition und auch die Bevölkerung gegen Mord und Terrorismus, keine Frage. Jedoch befürchtet man eben durch diesen Schritt die Schranken für die Internetzensur zu öffnen und ist sich sicher, dass in naher Zukunft weitere Maßnahmen folgen würden. So wird es schwer für Sarkozy dieses Vorhaben durchzusetzen und sicherlich würde er sich mit einem erfolgreichen Durchboxen nicht gerade beliebt machen, was gerade in einem Wahlkampfjahr sehr schädlich für seine neue Kandidatur sein könnte.

Virtueller Tod: Hacker ermorden Sarkozy

© Vincent Moreau - Fotolia.com

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Dass Nicolas Sarkozy nicht gerade der beliebteste Präsident ist, den die Franzosen haben, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Vorwürfe, die man dem kleinen Mann aus Paris macht, sind vielfältig: Rassismus, Sexismus, Vorwürfe wegen verdeckten Wahlkampffinanzierungen, Bestechung, Aufhetzung der Minderheiten. Auch wegen seinen vielen Ehen und der aktuellen Beziehung zu der italienisch-französischen Sängerin Carla Bruni wird viel gemunkelt. Neben diesen großen Anschuldigungen geht der Lebensstil des als narzisstisch verschrienen Politikers vielen Franzosen mittlerweile einfach ordentlich gegen den Strich. Dass die Zeitungen unserer Nachbarn immer weniger über seine Eskapaden berichten, ist nur ein Beweis dafür. Auch bei den Regionalwahlen musste Sarkozys Lager herbe Verluste gegenüber ihrer linken wie rechten Konkurrenz hinnehmen.

Nun haben vermutlich ein paar Hacker dem Ganzen die Krone aufgesetzt: Mit einer gefälschten Meldung über einen Unfall des Präsidenten schockten sie das Land. Darin hieß es, Sarkozy sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Nachricht war mehrere Stunden auf einer namhaften Webseite für französische Wirtschaftsnachrichten online, bevor die Betreiber bemerkten, dass es sich dabei um eine Falschmeldung handelte. Bei dem Betreiber handelt es sich um Midi Presse Service, die in Toulouse sitzt. Das ganze ist nicht nur ungeheuer peinlich für die Journalisten, sondern auch für Sarkozy selbst, für den bald wieder eine Präsidentenwahl ansteht. Denn wenn sich jemand so einen makabren Scherz mit ihm erlaubt – wie soll es erst bei der Abstimmung werden? Kann ein Land überhaupt von einem Präsidenten regiert werden, der Opfer solcher Scherze wird?

Weder die Herkunft noch die Motive der Hacker sind klar, ganz zu schweigen von ihrer Identität. Das Nachrichtenportal überprüft nun die Sicherheitsmaßnahmen für seine Webseite, um eine zweite peinliche Falschmeldung dieser Art zu verhindern.