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Kreditkartendaten von Hackern ausgespäht

© Sven Bähren - Fotolia.com

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Immer mehr Menschen zahlen ihre Einkäufe mit einer Kreditkarte. In den vergangenen Wochen gab es aber viele Meldungen über Datenmissbrauch oder Betrügereien bei Kreditkarten. Scheinbar ist die Kreditkartenbranche in den USA nun erneut einem Hacker-Angriff zum Opfer gefallen. Der Hackerangriff hält nicht nur einige große Kreditkartenanbieter in den USA in Atem, sondern auch ihre Kunden. US-Kreditkartenbesitzer müssen wegen der Hacker-Attacke befürchten, dass ihre Kreditkartendaten ausgespäht wurden und auf ihre Kosten eingekauft wird.

Der Hackerangriff wurde bekannt als der Zahlungsdienstleister Global Payments mitteilte, dass es bereits Anfang März einen unberechtigten Zugang zu ihrem System gab. Im Anschluss daran bestätigte ein Sprecher, dass der US-Gemeindienst mit der Untersuchung des Falls beschäftigt ist. Am vergangenen Freitag haben auch die Kartenanbieter Visa, American Express, MasterCard und Discover Financial Services bestätigt, dass sie vom neuesten Datenklau betroffen sind. Betroffen sind aber auch weitere Banken, die mit den genannten Anbietern im Kreditkartengeschäft zusammen arbeiten.

Noch ist unklar, welche und wie viele Kreditkartenbesitzer betroffen sind. Optimistischen Schätzungen von Analysten zufolge geht die Zahl der Betroffenen in die Zehntausende. Die von ihnen geschätzte Zahl der Betroffenen fällt so gering aus, da der Anbieter Global Payments, der als Erster angegriffen wurde, einer der kleineren Anbietern in der Zahlungsdienstleister-Branche ist. Der berühmte Internet-Blog „Krebs on Security“, der als Erster über den Datenklau berichtete, hält diese Einschätzung aber für viel zu gering. Er geht von mehr als zehn Millionen Opfer des Angriffs aus.

Normalerweise werden Kreditkartenbesitzer entschädigt, wenn es zu betrügerischen Einkäufen mit ihrer Kreditkarte gekommen ist. Leidtragend sind dann die Einzelhändler, die diese Zahlungen übernehmen müssen. Experten sind der Meinung, dass in dem vorliegenden Fall auf Visa- und Master-Card-Kunden keine Kosten zukommen werden. Trotzdem warnte die Kreditkartenbranche ihre Kunden vor dem Datenklau. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich bei seiner Bank erkundigen, ob er sich ein Limit der Einkäufe über seine Kreditkarte einrichten lässt.

350.000 Daten: Hacker verschafft sich Eintritt zu Porno-Portal

Ein neuer Fall eines Hackerangriffs sorgte vor Kurzem für Aufsehen, zumindest bei den Betroffenen. Ein bislang unbekannter Hacker soll sich dabei Zugriff auf rund 350.000 Datensätze einer Pornoseite verschafft haben und nun im Besitz der Nutzerdaten der Pornowebsite “Brazzers” sein. Brazzers gehört dem Betreiberunternehmen Manwin mit Seitz in Luxemburg. Zu dem Unternehmen gehören auch die bekanntere Plattform Youporn. Manwin hat in den vergangenen Jahren großen Erfolg und betreibt immer mehr Web-2.0-Pornoseiten wie Pornhub, Xtube und Extremtube sowie neben Brazzers weitere Onlinepornoangebote wie Wicked Pictures, Digital Playground und Mofos. Seit Ende 2011 beteiligt sich Manwin als Partner in der Playboy-Sparte Playboy Plus Entertainment.

Den Hackerangriff bezeichnete eine Unternehmenssprecherin als illegale und verbotene cyberkriminelle Aktivitäten und bestätigte, dass der Fall untersucht werde. Gleichzeitig wurden die Betroffenen beruhigt und man versicherte, dass keine Kreditkartendaten vom Datenklau betroffen sind. Zudem werden die Opfer entschädigt und bekommen in diesem Zuge freie Zugänge zu den Seiten Brazzers.com und Mofos.com.

Bei der Nachrichtenagentur AP meldete sich ein Hacker, der sich zu dem Angriff bekannte. Er soll 17 Jahre jung sein, in Marokko leben und wollte weder jemanden schaden, noch hatte er finanzielle Motive. Er wollte lediglich auf das lückenhafte Sicherheitssystem der Website aufmerksam machen. Für ein weni Brisanz sorgte die Aussage, dass er sich mit der Hackerbewegung Anonymus verbunden fühlt, die für zahlreiche Hackerattacken auf Firmen wie Mastercard und Behörden wie dem US-Geheimdienst CIA verantworlich gemacht werden. Ob der Porno-Hacker tatsächlich zum Anonymus-Kollektiv gehört, ist weiterhin unklar. Anonymus ist dafür bekannt, dass es keine festen Strukturen gibt und die Hacker nur lose organisiert sind.