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Hacker-Angriff auf Washington Post

Hackerangriff: Twitter zwitschert ungewollt Informationen nach China. - Foto von: © panthermedia.net/ aleksander1

Hackerangriff: Twitter zwitschert ungewollt Informationen nach China. - Foto von: © panthermedia.net/ aleksander1

Nun auch Hacker-Angriff auf das renommierte US-amerikanische Zeitungsblatt „Washington Post“? Das vermuten jedenfalls die IT-Experten des Zeitungshauses. Die Meldung reiht sich mit Attacken auf die „New York Times“, das „Wall Street Journal“ und Social Media-Dienst Twitter ein. Woher kommt der Hass der Hacker auf den amerikanischen Journalismus?

Hacker aus China

Den Hackerattacken soll nicht nur das technische Vorgehen gemeinsam sein, sondern auch das Ursprungsland: die Volksrepublik China. Obwohl die Angriffe auf insgesamt drei große amerikanische Zeitungen erst jetzt durchsickern, gehen sie auf das Jahr 2008 oder 2009 zurück. Damals schlichen sich chinesische Hacker unbemerkt in die Computer-Netzwerke der Journalisten ein und klauten auch Administrator-Passwörter, die ihnen alle Rechte geben. Ob oder welche internen Informationen gestohlen wurden, ist laut Aussage der IT-Experten nicht zurückverfolgbar.

Aus China keine Stellungsnahme

Die eigentlichen Attacken fanden aber erst drei Jahre darauf im Jahr 2011 statt. Sie verliefen zeitgleich zu einer großen Recherche der US-amerikanischen Zeitungen über die ungleiche Vermögensverteilung in China. Denn die Familien von den führenden Staatsmännern verfügen in China über einen enormen Reichtum, während die normale Bevölkerung unter teils unmenschlichen Bedingungen leben muss. Solche Hintergründe aufzudecken, das passte der angeblich sozialistisch gesinnten Republik China natürlich nicht in ihren Kram. Obwohl die zeitlichen Parallelen der Recherche und den Attacken bestimmt kein Zufall sind, leugnet die Volksrepublik noch immer, der Cyberspionage und -Kriminalität nachzugehen.

Angriff auf Twitter

Auch der beliebte Kurzmitteilungsdienst Twitter meldete in den letzten Tagen einen Angriff, bei dem rund 250 000 Datenpaare von Nutzern gestohlen wurden. Der professionelle Angriff, der über eine Lücke der Java-Software von Oracle abgelaufen sein soll, könnte sich bald bei anderen Firmen und Plattformen wiederholen, so der Sicherheitsdirektor des US-amerikanischen Unternehmens. Betroffene User wurden schnell angeschrieben, mit einem Wechsel des Passworts sollte das eigene Profil wieder sicher sein.

Anonymous: Protest gegen China

© panthermedia.net/Kheng Ho Toh

© panthermedia.net/Kheng Ho Toh

Schlägt die Internet-Zensur in China zurück auf die Kommunistische Partei? Am vergangenen Donnerstag wurden jedenfalls viele Webseiten von chinesischen Behörden und Unternehmen geknackt. Statt dem normalen Internetauftritt gab es Drohungen gegen die Machthaber und Zensoren der pseudo-demokratischen Volksrepublik. Hunderte Internetseiten sind in China gesperrt, viele Menschen landen für regierungskritische Aussagen in Foren oder Blogs im Gefängnis.

Die Gruppierung, die hinter den Angriffen steckt, nennt sich Anonymous China. Ob sie wirklich mit der losen Hackervereinigung, die auch schon in Europa und US-Amerika für viel Ärger sorgte, verbunden ist oder sich nur ihren Namen geborgt hat, ist noch ungeklärt. Nach eigenen Angaben wurden bei 500 chinesischen Webseiten die Startseite durch eine eigene Seite ersetzt. Im Fokus der Hacker waren neben einigen Regierungs- und Behördenseiten vor allem Auftritte von Mode-Webseiten oder großen Industriefirmen. Doch bereits ein paar Stunden nach der Veröffentlichung der Liste der gehackten Seiten waren fast alle Sites wieder ohne Probleme normal erreichbar. Offiziell äußerte sich niemand von Seiten der chinesischen Politik. Inmitten ihrer harten Zensur-Schiene so eine Panne zugeben – wer macht das schon freiwillig?

Die eigene Seite, die die Hacker auf den Webseiten hinterließen, enthielt eine Nachricht an die Regierung: “Liebe chinesische Regierung, ihr seid nicht unfehlbar. Heute werden Websites gehackt, morgen wird euer abscheuliches Regime fallen.” Dazu gab es im Hintergrund Gedudel von The Who mit dem berühmten Song „Baba O’Riley“, der auch Titelmelodie der beliebten US-amerikanischen Serie „CSY:NY“ ist. Trifft hier Kommunismuskritik auf Kapitalismuskritik? Ebenfalls enthielten die gehackten Seiten eine genaue Anleitung, wie die chinesische Firewall mit einfachen Schritten wie dem Benutzen eines Anonymisierungsdienst wie Tor umgangen werden kann. Bleibt nur zu hoffen, dass die chinesische Justiz die frechen Hacker nicht erwischt – für sie hätte der allmächtige Staat China sicherlich keinerlei Sympathien. Doch da offiziell ja gar kein Angriff stattgefunden hat, muss auch nicht ermittelt werden? Das könnte man nun annehmen, doch was im Land des Lächelns hinter geschlossenen Türen abläuft, ist wieder eine ganz andere Frage.

China sperrt im Internet zahlreiche Seiten

© cirquedesprit - Fotolia.com

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Während hierzulande Verbraucher und Datenschützer gegen das Abkommen gegen Produktpiraterie, kurz ACTA, Sturm laufen, verschärft China seine Internet-Zensur: Viele Webseiten sind gar nicht aufrufbar, 300 Millionen Kommentare wurden gesperrt und sechs Personen verhaftet. Hintergrund der strikten Netzpolitik der kommunistischen Partei Chinas sind Gerüchte um einen Staatsstreich im Internet, in dem der Spitzenpolitiker Bo Xilai bloß gestellt werden soll.

Ohnehin war das Internet in China schon stark zensiert, nun ist es noch unfreier geworden. Vor allem die Firma Sina mit ihrem Social-Media-Dienst Weibo ist davon betroffen: Das Mikroblog, das nach dem Vorbild von Twitter funktioniert, hat alle Kommentar-Funkionen für gebündelte Diskussionen gesperrt. Nach offiziellen Angaben sollen so illegale Kommentare und das schnelle Verbreiten von Gerüchten erschwert werden. Auch viele Blogger, die sich kritisch gegen China äußerten, wurden gesperrt. Offiziell redet man von 16 gesperrten Webseiten, nach dem Pekinger IT-Blog „Technode“ sind es aber mehr als tausend gesperrte Sites.

Seit gut einer Woche sind schon Gerüchte im Internet im Umlauf, die sich um einen bevorstehenden Putschversuch des Militärs in Peking drehen. Allerdings gibt es keine ungewöhnlichen Truppenbewegungen in der Region. Eher wird vermutet, dass der undurchsichtige Parteifunktionär Bo Xilai durch die Aktion in Misskredit gebracht werden soll. Dass sich die Gerüchte ungewöhnlich lang im Internet halten konnten und erst jetzt in den Fokus der Staatszensur gefallen sind, lässt vermuten, dass es einige Befürworter der Kritik innerhalb der kommunistischen Partei Chinas selbst gibt.

Mittlerweile ist Bo abgesetzt. Wer im Internet nach ihm sucht, findet kaum noch irgendwelche Ergebnisse. Bedeutete sein Ruf als unerbittlicher Kämpfer gegen die weit verbreitete Korruption in China das rasche Ende seiner politischen Karriere? Und was können wir aus den Geschehnissen lernen? Internet bedeutet eben auch Demokratie – aber nur in dem Grad, in dem man dort noch seine freie Meinung äußern darf, ohne dafür gesperrt oder gar verhaftet zu werden. Ob mit oder ohne ACTA, Europa ist zum Glück noch meilenweit vom zensierten Internet wie in China entfernt. Dass das aber auch so bleibt, ist keine Selbstverständlichkeit.

Chinas Zensurpolitik

© cirquedesprit - Fotolia.com

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China schreitet zu anderen Maßnahmen über. Nun verlagert sich der Machtkampf der Kommunistischen Partei Chinas (KPCH) ins Internet. Nun geht es hier um Macht, Geld und viele Menschenleben. In den oberen Reihen der KPCH hat sich durch die teilweise Aufhebung der Zensur in China der Machtkampf ins Internet verlagert. So wurden zum Beispiel politisch sensible Begriffe, die sonst in den Suchmaschinen zensiert werden, zu anderen Webseiten verlinkt, die vorher als Tabu in China galten. Das bekannteste Beispiel stellten Suchbegriffe dar, die im Zusammenhang mir dem Tiananmen-Massakar vom 04.06.1989 und mit der spirituellen Falun Gong Bewegung standen. Es sollte nicht nach den gewalttätigen Niederschlagungen und politischen Empfindsamkeiten gesucht werden können. Dies steht im Zusammenhang mit dem früheren chinesischen Staatschef Jiang Zemin, dessen Verbündete die eine Seite der geteilten Fraktion innerhalb der Partei darstellen.

In Opposition zu dem kranken Jiang befindet sich der selbsternannte Reformer Wen Jiabao, der die rechte Hand des jetzigen Parteichefs Hu Jintao darstellt. Auf der anderen Seite, also der von Jiang, stehen der Sicherheitschef Zhou Yongkang, der Propagandachef Li Changchun und noch andere. Auf Baidu, Chinas wichtigster Suchmaschine wurde der Begriff „4.Juni“ am 21. März kurz freigegeben, jedoch erschienen hierüber keine Nachrichten, um zu zeigen, dass die Ergebnisse zensiert wurden. So wurden auch noch andere Seiten zum Teil bis zum nächsten Tag freigegeben, doch dann auch schon wieder gesperrt. Gesperrt wurden außerdem noch drei weitere Suchbegriffe. So wurden „Shen Yun“, „Zhuan Falun“ und „The Epoch Times“ verboten. Vor kurzem hielt Wen eine Rede, in der er die Notwendigkeit für China betonte, politische Reformen durchzuführen, damit eine Kulturrevolution sich nicht wiederholen könne. Für ihn ist es unerlässlich, dass Nachrichten über den 04.06. öffentlich werden. Wen ist es wichtig zu wissen, wer für die Geschichte verantwortlich ist.