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Blogger-Szene in der Krise

Abwärtstrend: Es wird weniger gebloggt, als noch vor zwei Jahren - Foto von: © jd-photodesign - Fotolia.com

Abwärtstrend: Es wird weniger gebloggt, als noch vor zwei Jahren - Foto von: © jd-photodesign - Fotolia.com

Blogs galten eine zeitlang als must-haves. Sie hatten steigende Besucherzahlen, und so ziemlich jeder besaß einen. Egal, ob es dabei um die eigene Reise in den Dschungel, die liebsten Restaurants in Paris oder die Klamotten, die man jeden Tag anzieht, ging. Inzwischen hat sich die Lage ein wenig geändert, man spricht von einer Krise der Blogger-Szene.

Erste feste Indizien für die Krise

Eric Kubitz, Journalist und Autor, hat das Problem, das sich seit geraumer Zeit für Blogs und Blogger ergibt, einmal etwas genauer untersucht und dabei vor allen Dingen die Google-Sichtbarkeit einiger deutscher Blogs ins Visier genommen. Darunter waren Bildblog, Lawblog, Netzwertig, Basic Thinking und Netzpolitik. Das Ergebnis, zu dem Kubitz gekommen ist, ist ein recht unschönes: Blogs sind bei Google dieser Tage weniger gut zu finden, als noch vor zwei Jahren. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Kubitz erklärt, dass es durchaus denkbar ist, dass schlicht und ergreifend weniger gebloggt wird. Außerdem ist Twitter inzwischen für viele Menschen die perfekte Alternative, wenn es darum geht, rasch Informationen zu posten. Andererseits ist es auch möglich, dass eine nicht geringe Zahl an Bloggern nun gemerkt hat, dass das Bloggen eben kein Geschäftsmodell ist.

Konkurrenz ist gewachsen

Natürlich ist auch die Konkurrenz in den vergangenen Jahren enorm angestiegen. Nachrichtenportale und soziale Netzwerke haben ihren Siegeszug angetreten, dazu muss man nur einmal sein eigenes Internetverhalten beobachten. Für die verhältnismäßig doch recht langen Blogeinträge bleibt dann kaum noch Zeit. Darüber hinaus hat Google einen neuen Algorithmus eingeführt, der Blogs schlechter wertet als andere Seiten. Auch an den Kommentaren zu einzelnen Artikeln kann man den Niedergang der Blog-Kultur ablesen. Gab es noch vor einiger Zeit rege Diskussionen unter manchen Textbeiträgen, ist es heute eher ruhig geworden unter den Artikeln. Einen Vorteil hat das Ganze indes: Heute bloggt wirklich nur noch, wer Lust und etwas zu sagen hat – der soziale Druck, einen Blog zu haben, ist verschwunden, was in Sachen Qualität eine Chance sein könnte.

Google muss zahlen – 22,5 Mio Dollar für Safari-Tracking

Mit sogenannten Cookies hat Google das Surfverhalten von Safari-Nutzern ausspioniert. - Foto von: © panthermedia.net/ viperagp (George Tsartsianidis)

Mit sogenannten Cookies hat Google das Surfverhalten von Safari-Nutzern ausspioniert. - Foto von: © panthermedia.net/ viperagp (George Tsartsianidis)

Über einen Keks, der einem heimlich in die Tasche geschoben wird, würden sich die meisten unter uns freuen. Anders geht es den Nutzern des Browsers Safari. Ihnen wurde vom Suchriesen Google ein digitaler Keks, ein Cookie, untergeschoben, der ihnen gar nicht schmeckte. Mit dem Cookie konnte Google lange Zeit unbemerkt die Safari-User ausspionieren, obwohl diesen zuvor zugesichert wurde, dass ihre Datenschutz-Richtlinien akzeptiert und respektiert werden. In einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Google und der US-amerikanischen Regulierungsbehörde Federal Trade Commission (FTC) wurde Google nun zur Zahlung einer Rekordstrafe von 22.5 Millionen Dollar verurteilt. Dies ist die höchste Sanktion, die die FTC jemals wegen Verstößen gegen ihre Abmachungen ausgesprochen hat.

Schon 2011 spionierte Google Emails aus

Besondere Brisanz erhält der Fall durch die Vorgeschichte. Google hatte schon einmal Ärger wegen dem Datenschutz. Im Jahr 2011 gerieten die Kalifornier mit der FTC aneinander, weil Google aus Emails-ausgespähte Nutzerdaten unberechtigt für den inzwischen eingestellten Service Google-Buzz nutzte. In einer damals geschlossenen Vereinbarung verpflichtete sich Google zu einer Strafe von 16.000 Dollar pro Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen und je Tag.

Consumer Watchdog fordert höhere Strafen

Die Verbraucherschützer von Consumer Watchdog kritisierten die Höhe der Strafe. Für Google sei angesichts des Jahresumsatz von 40 Milliarden US-Dollar die Strafe trotz der enormen Geldsumme viel zu gering. Es wird vermutet, dass Google allein mit der Umgehung des Datenschutzes bei Safari vier Millionen Dollar verdiente. Nun sollen die gesammelten Daten vernichtet werden, so zumindest die Forderung von Consumer Watchdog. Die Datenschützer sahen in dem Urteil trotzdem einen Teilerfolg. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit in Bezug auf Datenschutz habe sich erhöht. Trotzdem werde noch zu wenig unternommen, um den Verbraucher vor unerlaubtem Umgang mit seinen Daten zu schützen, deshalb gelte es, weiter auf dieses Thema hinzuweisen.

‘Engage’ plant Konservierung des Urheberrechts

Der unionsnahe Verein namens „EnGAGE“ informiert auf einem Informationsportal im Internet über die Thematik Urheberrecht und Filesharing - ist dabei aber sehr einseitig - Foto von: © fovito - Fotolia.com

Der unionsnahe Verein namens „EnGAGE“ informiert auf einem Informationsportal im Internet über die Thematik Urheberrecht und Filesharing - ist dabei aber sehr einseitig - Foto von: © fovito - Fotolia.com

Das Thema Urheberrecht und Internet sorgt schon seit einiger Zeit für heiße Debatten. Klar ist, dass das “neue Medium” eine neue Form der Verwertung von kreativem, geistigem Eigentum braucht. Wie diese aber aussehen soll, ist noch immer ungewiss. Ein unionsnaher Verein namens „Engage“ will mit einem Informationsportal im Internet über die Thematik informieren.

Geistiges Eigentum schützen

Neutrale Infos und Fakten sucht man auf den Seiten allerdings vergeblich. Das Portal schlägt sich klar auf Seite der alten Schule, die das geistige Eigentum im Internet streng schützen will und das Urheberrecht als „rechtlichen Anker“ für die Kultur sieht. Hinter dem Portal stecken die Kölner Forschungsstelle für Medienrecht und die Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Fachhochschule Köln. Finanziert wurde das Projekt von der Regierung, genauer gesagt aus dem Topf des Kulturstaatsministers Bernd Neumann von der CDU. Der scheint beim Erstellen der Seiten auch den Ton angegeben zu haben: Der konservative Politiker fordert schon lange ein härteres Vorgehen gegen illegale Filesharer und legte sich deswegen auch schon mit der Justizministerin an.

Pauschalisierender Verein

„Engage“ informiert nicht nur nicht, sondern pauschalisiert und lädt die Debatte nur noch weiter auf. Doch damit nicht genug: Die Seite wirkt wie eine Werbung für harte Warnmodelle, bei denen Internetanbietern eng mit der Polizei kooperieren. Verzeichnen sie Urheberrechtsverletzungen, leiten sie die Informationen sofort weiter. Das Verfahren ist bereits in Frankreich und den USA etabliert, in Deutschland gilt es als umstritten und datenschutzrechtlich äußerst problematisch. Blickt man auf den Seiten von „Engage“ in die Rubrik „Meinungen“, findet man lediglich positive Stellungsnahmen für das härtere Durchgreifen gegen Filesharer. Mit ein wenig Recherche findet man schnell heraus, dass „Engage“ auf alles andere als neutrales Personal setzt: Der Vorsitzende, der Jura-Professor Rolf Schwartmann, ist ein Fürsprecher für das umstrittene „Two-Strikes-Modell“, der Geschäftsführer Henner Hentsch gleichzeitig Mitarbeiter des CDU-Abgeordneten Günter Krings, der Urheberrechts-Hardliner der Union überhaupt. Peinlich.

Julian Assange: Buch über Netzpolititik geplant

In dem Buch mit dem Titel „Cypherpunks: Freedom and the Future of the Internet“ geht es um die Freiheit im weltweiten Datennetz, Datenschutz und Einflussnahme von Großunternehmen. - Foto von: © panthermedia.net/wklzzz (wu kailiang)

In dem Buch mit dem Titel „Cypherpunks: Freedom and the Future of the Internet“ geht es um die Freiheit im weltweiten Datennetz, Datenschutz und Einflussnahme von Großunternehmen. - Foto von: © panthermedia.net/wklzzz (wu kailiang)

Es mehren sich die Gerüchte, dass der Wikileaks-Gründer Julian Assange gemeinsam mit drei anderen Aktivisten aus der Hacker-Szene ein Buch über Gegenwart und Zukunft der Netzpolitik veröffentlichen wird. Es soll am 26. November unter dem Titel „Cypherpunks: Freedom and the Future of the Internet“ erscheinen. Es geht darin um die Freiheit im weltweiten Datennetz und Formen des dadurch ermöglichten Widerstands gegen etablierte Strukturen und Instuitutionen.

Als Co-Autoren fungieren der Tor-Entwickler und Wikileaks-Aktivist Jacob Applebaum (USA), Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club (BRD) und der Netzpolitik-Aktivist Jeremie Zimmermann (FRA), allesamt von Assange als innovative Denker und kampferprobte Gesellen auf den Schlachtfeldern des Cyberspaces beschrieben. Der Inhalt des Buches basiert laut der Aussage von Zimmermann auf einer Folge der TV-Sendung „The World Tomorrow“ von Julian Assange, in der die Autoren erstmals aufeinandertrafen und ihre Thesen entwickelten.

Es geht um Themen wie den Datenschutz, Einflussnahme von Großunternehmen auf politische Entscheidungen, Formen der digitalen Bürgerbeteiligung und Protestformen, Transparenz und vieles mehr. Die Inhalte aus der Sendung sind jedoch nur in etwa die Hälfte des Inhalts des Buches, die Themen werden viel tiefgründiger und umfassender behandelt. Es geht in erster Linie um die Zukunft des Internets, dass nach Assanges Ansicht bedroht ist von Zensur und Überwachungsmechanismen.
Es gilt, eine breite Öffentlichkeit über die Vorgänge und die jetzige Situation zu informieren, um eine bislang nur von Experten geführte Diskussion auch dem Durchschnitts-Surfer nahezubringen. Die Anregung zu dem Buch ging offenbar von Assange aus, so jedenfalls ein Sprecher des Verlags OR Books. Assange hat offenbar auch einen Vorschuss erhalten, über die Höhe der Zuwendung wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. Über eine Übersetzung des Buchs in andere Sprachen ist noch nichts bekannt, es wird jedoch in englischer Sprache als herkömmliches Buch und auch als eBook erscheinen.

Google: Lizensierungspflicht abgelehnt

Google - Foto von: © panthermedia.net/Ingvar Björk

Google - Foto von: © panthermedia.net/Ingvar Björk

Google wehrt sich drastisch gegen den Gesetzesentwurf für ein Leistungsschutzrecht. Zumindest mit Worten bezieht Google eine ganz klare Position. Google-Sprecher Kay Oberbeck sagt, dass Google derartige Lizenzierungen rigoros ablehnt. Das Leistungsschutzrecht soll Suchmaschinen zu einer Gebühr für die gewerbliche Nutzung von Presseinhalten verpflichten. Google listet in der Suchmaschine kurze Textanrisse von Pressinhalten auf. Dafür bezahlt Google bislang nichts. Darüber sind Verlage und Presseunternehmen empört, denn schließlich müssen sie für diese Presseinhalte arbeiten oder arbeiten lassen. Die schwarz-gelbe Regierung gibt ihnen Recht und hat nun den Gesetzentwurf trotz des Widerstandes von Google beschlossen.

Google wird keine Lizenzen bezahlen, so das Unternehmen. Sollte das Gesetz in Kraft treten, könnte Google einfach die Textanrisse aus dem Suchergebnis nehmen. Das hat das internationale Unternehmen bereits in Belgien getan. Dort klagte die Verwertungsgesellschaft Copiepresse wegen der Textanrisse gegen Google. Daraufhin flog die belgische Presse ganz aus den Suchergebnissen. Das besann die Verleger, sodass nun wieder alles beim Alten ist. Ähnlich könnte es auch hier in Deutschland verlaufen. Obwohl sich jetzt noch die Verlegerverbände über den Gesetzentwurf freuen. VDZ und BDZV sehen ein effizientes Leistungsschutzrecht für notwendig. Sie wollen mit dem Gesetz, das sie der Regierung nahe gelegt haben, die Arbeit der Verleger und Journalisten besser schützen.

Ob das Gesetzt so in Kraft tritt, bleibt noch abzuwarten. Änderungen können in Plenum und Fachausschüssen noch vorgenommen werden, zumal selbst in der Regierung das Gesetz umstritten ist. Der Arbeitskreis für Netzpolitik in der CSU versteht den Entwurf als „keine gute Lösung“. Damit ist der Arbeitskreis den Politikern aus SPD, Grüne und Linke – ganz zu schweigen von der Piratenpartei – in diesem Thema näher als den Parteikollegen aus den eigenen Reihen.

Das überarbeitete Leistungsschutzrecht: Pro und Contra

Der Entwurf für das Leistungsschutzgesetz polarisiert - Foto von: © Pavel Ignatov - Fotolia.com

Der Entwurf für das Leistungsschutzgesetz polarisiert - Foto von: © Pavel Ignatov - Fotolia.com

Blogger können sich freuen. Der gefürchtete Gesetzesentwurf des Leistungsschutzrechtes für Presseverleger fällt nun für Blogger wie auch Vereine, Verbände und andere ehrenamtliche, private oder gewerbliche Nutzer positiv aus. Zuerst aber: Was ist eigentlich das Leistungsschutzrecht für Presseverleger? Kreative Werke wie Texte, Musik und andere Schutzgegenstände sind durch das Urheberrecht bereits geschützt. Nun möchten Presseunternehmen sicherstellen, dass ihr Angebot auch vor dem Kopieren geschützt wird. Das würde heißen: Jeder, der journalistische Texte zitiert oder auf sie verlinkt, müsste zukünftig Lizenzgebühren zahlen. Im ersten Gesetzesentwurf sollen nun nur diejenigen Anbieter von Suchmaschinen und ähnlichen Dienstleistungen im Netz, die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten, von den Gebühren betroffen sein.

Gesetzesentwurf unter Beschuss

Google ist das Unternehmen, das am stärksten vom Gesetz betroffen ist. Der Suchmaschinen-Anbieter warnt vor schweren Schaden gerade für die Verlage. Denn dank der Suchmaschine Google werden Kunden von der Suchmaschine auf die Verlagsseiten geleitet. Auch Bitkom, der Internet-Branchenverband, ist gegen die Einführung des Gesetzes. Der Verband fürchtet einen Behinderung der deutschen Internetwirtschaft, da es zu Rechtsstreitigkeiten und Unsicherheiten führt. In der Politik stößt der Gesetzesentwurf auch auf Kritik. Die Opposition mit SPD und Grünen an der Spitze sprechen von einem „unsinnigen Vorhaben“ und von einem „Zeugnis politischer Ignoranz“.

Presse reagiert positiv

Für das Gesetz sprechen sich die Verbände der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger aus. VDZ und BDZV sehen so Journalisten besser geschützt. Nach der kürzlichen Änderungen des Gesetzesentwurf unterstützt auch der Bundesverband der Freiberufler das Leistungsschutzrecht für Presseerzeugnisse. Für die Freiberufler darf die Lizensierungspflicht allerdings nicht zu einem Kostenrisiko werden.

Wer nun von den Lizenzgebühren betroffen sein wird und ob die Aussparung des Gesetztes auf Blogger, Verbände, Rechtsanwaltskanzleien und ehrenamtliche Nutzer beschränkt bleibt, ist abzuwarten. Bis jetzt bleibt das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ein Entwurf der rot-schwarzen Regierung.

Acta ist tot! Kommt jetzt Ceta?

Auf ACTA folgt CETA. Kann auch das nächste umstrittene Gesetz gekippt werden?

Auf ACTA folgt CETA. Kann auch das nächste umstrittene Gesetz gekippt werden?

Das Internet als rechtsfreier Raum? Immer wieder hört man aus Regierungskreisen diese Bezeichnung, wenn versucht wird, im internet für mehr Überwachung zu plädieren. Es wird so getan, als wenn die meisten Menschen das Internet lediglich verwenden, um Gesetzeslücken auszunutzen und bestehende Gesetze zu verletzen. Mit solchen Argumenten werden dann Gesetze durchgebracht, die die Freiheit des Einzelnen im Netz beschränken und ihn so streng wie möglich überwachen.

Glücklicherweise gibt es immer noch großen Widerstand gegen viele Pläne der Regierung. Eines der prominentesten Beispiele ist sicher das geplante Acta-Abkommen, das letztlich aufgrund des großen Protestes dagegen zunächst nicht verabschiedet wurde. Damit ist jedoch der Kampf gegen Restriktionen im Internet noch lange nicht vorbei, denn neue Gesetze, die Freiheit im Netz zu beschränken, stehen schon bereit. Nun kommt ein neues Gesetz mit dem Namen „Comprehensive Economic Trade Agreement“, kurz CETA, daher, welches dem ursprünglichen Acta-Abkommen in vielen Punkten gleicht. Auch dagegen mehrt sich jetzt der Widerstand, sodass Anonymus europaweite Proteste angekündigt hat.

Einfach wird es nicht für die Organisationen, geplante Gesetze auch umzusetzen. Inzwischen hat sich ein breiter und gut informierter Widerstand im Internet gebildet. Sobald ein Abkommen in den Verdacht gerät, lediglich zur Beschneidung von Rechten und zur Überwachung genutzt zu werden, ist der Protest gewiss. So wie bei dem Meldegesetz der Bundesregierung, das mittlerweile keiner mehr so wirklich haben möchte. Das Problem bei vielen geplanten Gesetzen ist, dass dadurch nur gewisse Gruppen wirklich profitieren, während die Macht des Einzelnen weiter geschwächt wird. Dadurch würde das Internet aber auch das verlieren, was es in gewisser Weise auch ausmacht.

© fotomek – Fotolia.com

Chaos an der Wall Street

Computerstörung an der Wall Street

Computerstörung an der Wall Street

Chaostag an der New Yorker Börse. Aufgrund einer Computerstörung wurde für wenige Momente der Handel sogar ausgesetzt. Grund hierfür: Innerhalb einer dreiviertel Stunde wurde mit so vielen Aktien gehandelt, dass sich das System aus einer Überforderung heraus selbst aufhängte. Nun muss die Börse tatsächlich 148 Werte nachträglich überprüfen. Das Dramatische war, dass die Knight-Aktien für einige Minuten um 20 Prozent fielen.

Die Mitarbeiter waren vollkommen unter Druck den gesamten Verlauf zu überblicken, obwohl sogar das System aufgegeben hatte. Laut vieler Aussagen, ging es am Mittwoch an der Börse drunter und drüber. Die Händler vermuteten zuerst, dass es etwas mit dem computergestützten System des Finanzdienstleisters Knight zu tun haben könnte. Sie sollten recht behalten.
Den Händlern blieb nichts anderes mehr übrig, als die Aktien von Corelogic, China Cord Blood, Kronos Worldwide, Trinity Industries und Molycorp für einige Zeit auszusetzen.

Alleine bei Molycorp gab es eine Bewegung von 5,7 Millionen Aktien innerhalb einer dreiviertel Stunde. Ein normaler Tagesumsatz beläuft sich eigentlich auf 2,65 Millionen. Trotz der Aussetzung der besagten Aktien glauben viele Händler, dass viel mehr Unternehmen und Aktien von dem Problem betroffen sein könnten. Wegen der Vielzahl an Bewegungen war in der Zeit der normale Umsatz vollkommen gestört.

Im Großen und Ganzen hatte die Situation jedoch keine Auswirkungen auf den Verlauf des gesamten Tages. Während der Dow-Jones-Index 0,3 Prozent im Plus lag, gab der Nasdaq 0,1 Prozent nach. Doch an sich ist das nicht wirklich besorgniserregend.
Trotzdem hatte die Situation viele Börsianer stutzig gemacht. Die Frage ist, was passiert in solchen Fällen tatsächlich? Und wie reagiert man am besten auf die Fehler von Computerprogrammen? Mit dieser Frage wird man sich in Zukunft noch beschäftigen müssen.

© panthermedia.net/ Erwin Wodicka

Facebook macht User zu Verrrätern

© grizzlybaerin - Fotolia.com

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Bespitzelung 2.0 hat begonnen. Bei Facebook sollen sich Freunde gegenseitig verpetzen. Wie und warum? Nun derzeit tauchen Umfragen auf Facebook auf, die Nutzer zu Freunden und ihren Nutzernamen befragen. So sollen sie preisgeben, ob Freund XY tatsächlich mit vollem Namen „BlaBlondy“ heißt oder nicht. Sinn und Zweck ist hierbei die Erstellung eines Melderegisters, dessen Angaben auf realen Namen und anderen Daten basieren sollen. Pseudonyme werden bei Facebook nicht gern gesehen. Tatsächlich soll Facebook Nutzer löschen, wenn sie merken, dass die Person eines Accounts keinen realen Namen benutzt. Dieser wird auch erst wieder freigeschaltet, wenn er sich mit seinem eigenen Namen anmeldet und dem dazugehörigen Pass oder Personalausweis zeigt.

Das klingt alles nach Mitteln eines Polizeistaates und wird trotzdem von Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt geduldet. Facebook selbst verteidigt sich folgendermaßen. Man möchte den Nutzern mehr Sicherheit bieten. Dabei bedenkt Facebook anscheinend nicht, dass einige der Facebooknutzer aus gutem Grund ihren reellen Namen nicht preisgeben. So gibt es Stalkingopfer oder politisch verfolgte Menschen, die nicht gefunden werden wollen. Aber auch diejenigen, die ihre Daten nicht weitergeben möchten, weil sie nicht ausspioniert werden wollen, werden von Facebook nicht gerade geschützt. Wenn es nach den Betreibern der Plattform geht, soll jeder User seinen Namen, Bild, Geschlecht und diverse private Informationen angeben.

So ist es mit einer speziellen Software mittlerweile möglich, einen Menschen auf der Straße zu fotografieren und diesen im Netz suchen zu lassen. Zudem kann man die sexuelle Orientierung anhand der öffentlich gemachten Daten zu erschließen. Und auch Kriminelle können ihre Opfer ausspionieren und sich Zugang zu deren Daten verschaffen. Hier passiert gerade etwas, was niemand versucht zu verhindern und wer sich an das Statement der ehemaligen Facebook-Managerin Randi Zuckerberg erinnert, die die Anonymität im Internet abschaffen wollte, weiß, dass das erst der Anfang ist.  

Transparency Report von Google

© MacX - Fotolia.com

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Das Internet soll die Erde zu einem offeneren, vernetzteren und transparenteren Planeten machen. Gerade der Transparency Report von Google macht den Idealisten jedoch sorgen: Die Zahl der Löschanfragen ist 2011 massiv angestiegen. Auch Anfragen nach Nutzerdaten hätten zugenommen, was wiederum Datenschützern Sorgen bereiten dürfte.

Die meisten Löschanfragen kamen aus den USA. Sie bezogen sich auf 6 192 verschiedene Inhalte – mehr als viermal so viele wie noch 2010. In mehr als neun von zehn Fällen kam Google diesen Gesuchen auch tatsächlich nach. 

Dass die Rechtssprechung in Bezug auf Internet-Inhalte in jedem Land anders ist, zeigte sich auch im Verhältnis des amerikanischen Internet-Unternehmens zu Anfragen aus anderen Jurisdiktionen. So leistete Google keiner einzigen der 219 Anfragen folge, die aus Russland, der Türkei und aus Ungarn kamen. Diese Diskrepanz zwischen Wertvorstellungen hat die für den Transparency Bericht verantwortliche Google Policy Analystin, Dorothy Chou, in ihrem Blogpost zum Bericht auch angesprochen. Sie zeigte sich besorgt darüber, dass Zensurversuche zunehmend auch aus westlichen Demokratien stammen. Dabei erwähnte sie insbesondere Polen und Spanien. 

Der Transparency-Bericht erzählt nichts über die Zusammenarbeit mit den US-Kriminalbehörden, wenn es um die Verfolgung von Kriminellen geht. Experten vermuten aber, dass der Anstieg der allgemeinen Anfragen und die hohe Zustimmungsrate darauf zurückzuführen sind, dass Google in die Pflicht genommen wird, bei dringenden Suchanfragen IP-Adressen seiner Nutzer herauszugeben. Das Unternehmen selbst sagt dazu nur, die Zusammenarbeit mit den Behörden „funktioniere“. 

Wer hier Geheimniskrämerei vermutet, sollte allerdings bedenken, dass Google noch ziemlich gut da steht. Es ist bisher der einzige Internet-Dienstleister, der einen solchen Bericht überhaupt vorlegt. Bei anderen Unternehmen würde auch eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Behörden in keiner Statistik auftauchen.