Japan: Der Rätselhafte Hacker

Monatelang schon hält ein unbekannter Hacker die japanische Polizei auf Trab. Wieder und wieder bedroht er Schulen und Kindergärten, indem er in verschlüsselter Form von geplanten Bombenattentaten spricht. Die Ermittler tappen indes im Dunkeln und gehen bislang erfolglos den versteckten Hinweisen im Internet nach. Inzwischen spielt der Hacker ein immer skurrileres Katz-und-Maus-Spiel.

Spurenlos im Internet

Es gelingt dem Hacker immer wieder, Mails zu verschicken und sich problemlos durchs Internet zu manövrieren, ohne auch nur die kleinste Spur zu hinterlassen. Das jedenfalls hat nun das Technikmagazin „Wired“ bekanntgegeben. Er soll speziell zu diesem Zweck eine Software entwickelt haben, die auf den Namen „iesys.exe“ hört und als Mittel zur Fernsteuerung fremder Computer dient. In regelmäßigen Abständen versendet der Hacker dann über von ihm gekaperte Computer Drohungen über vermeintliche Bombenattentate an Schulen und Kindergärten, darunter auch der Kindergarten, an dem der Enkel des japanischen Kaisers ist.

Rätselhafte Mitteilungen

Die bislang vorliegenden Meldungen des Hackers waren in den meisten Fällen in Rätsel gehüllt und wurden in Internet-Foren oder E-Mails an diverse TV-Sender und Zeitungen entdeckt. Am Neujahrstag sendete der Unbekannte eine „Einladung zu einem neuen Spiel“ an zahlreiche Sender des Landes. Er beschrieb diese Einladung als „Chance auf eine große Nachrichten-Sensation“. Ermittlern und Journalisten gelang es schließlich auch, das Rätsel zu lösen und den Spuren auf eine Insel nahe Tokio zu folgen, auf der sie jedoch lediglich eine Katze, die mit einem Halsband versehen war, vorfinden konnten. An diesem Halsband fand sich außerdem eine Speicherkarte, die Details zu dem benutzten Fernsteuerungsprogramm enthielt.

Kopfgeld festgesetzt

Inzwischen bekommt die japanische Polizei bereits Hilfe durch die National Police Agency, die mit dem FBI vergleichbar ist und dafür sorgen soll, dass der Hacker bald gefasst werden kann. Auch eine Belohnung im Falle der Ergreifung des Täters wurde nun festgelegt: Umgerechnet 26 000 Euro soll es geben. Bislang wurden vier Verdächtige festgenommen – da die Botschaften aber noch immer nicht aufgehört haben, gilt es, mit noch mehr Einsatz an der Sache zu bleiben.

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