Internet als neue politische Macht

Als Anfang der 1990er Jahre das World Wide Web für kommerzieller Zwecke nutzbar gemacht worden war und nun auch Amateure darauf zu greifen konnten, ahnte wahrscheinlich noch niemand welche gesellschaftlichen Veränderungen mit dieser neuen Technik einher gehen. Noch in den 1990er Jahren entwickelte sich die Zahl der Internetnutzer rasant, mit der Jahrtausendwende war da Internet bereits ein fester Bestandteil des Sprachgebrauchs. Wartete man früher noch eine halbe Ewigkeit bis sich ein Webbrowser aufgebaut hatte oder eine E-Mail verschickt worden war, gibt es mittlerweile sogenannte “Digital Natives”. Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind und dessen Möglichkeiten selbstverständlich voll ausnutzen und sich bereits völlig in der vollelektronischen sozialen Realität bewegen.

War das Internet ganz ursprünglich zu Verteidigungszwecken und später für kommerzielle Zwecke bestimmt, so hat es heute eine enorme politische Macht inne. Ein Trojaner wird zur Staatsaffäre und das Urheberrecht zu einer Schicksalsfrage. Menschen, die die Diskussionen um netzpolitische Macht bestimmen sind zum überwiegenden Teil männlich und online. Sie nennen sich Namenlose, Netzaktivisten oder auch Pirat. Sie hacken Behördenserver und knacken Staatstrojaner.
Die Macht die von dieser Gruppierung ausgeht, wächst minütlich und die Politik fragt sich langsam aber sicher, wie damit umgehen? Manche reden bereits davon, dass die Aktivisten im Netz die neuen Grünen darstellen. Eine Gruppe von Menschen die in virtuellen Kommunen zusammenleben und in der Welt des Internets ihrer politischen Emanzipation entgegenlaufen. Die Protestform der Internetgemeinde ist wie ein Zwitter. Zu den Demonstranten auf der Straße gesellen sich in den Foren ständig neue Unser, die sich informieren, austauschen, vernetzen und organisieren. Den Druck den die Netzgemeinde mittlerweile aufzubauen vermag, geht soweit, dass bereits Gesetzte gekippt worden sind.

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