Blogger-Szene in der Krise

Blogs galten eine zeitlang als must-haves. Sie hatten steigende Besucherzahlen, und so ziemlich jeder besaß einen. Egal, ob es dabei um die eigene Reise in den Dschungel, die liebsten Restaurants in Paris oder die Klamotten, die man jeden Tag anzieht, ging. Inzwischen hat sich die Lage ein wenig geändert, man spricht von einer Krise der Blogger-Szene.

Erste feste Indizien für die Krise

Eric Kubitz, Journalist und Autor, hat das Problem, das sich seit geraumer Zeit für Blogs und Blogger ergibt, einmal etwas genauer untersucht und dabei vor allen Dingen die Google-Sichtbarkeit einiger deutscher Blogs ins Visier genommen. Darunter waren Bildblog, Lawblog, Netzwertig, Basic Thinking und Netzpolitik. Das Ergebnis, zu dem Kubitz gekommen ist, ist ein recht unschönes: Blogs sind bei Google dieser Tage weniger gut zu finden, als noch vor zwei Jahren. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Kubitz erklärt, dass es durchaus denkbar ist, dass schlicht und ergreifend weniger gebloggt wird. Außerdem ist Twitter inzwischen für viele Menschen die perfekte Alternative, wenn es darum geht, rasch Informationen zu posten. Andererseits ist es auch möglich, dass eine nicht geringe Zahl an Bloggern nun gemerkt hat, dass das Bloggen eben kein Geschäftsmodell ist.

Konkurrenz ist gewachsen

Natürlich ist auch die Konkurrenz in den vergangenen Jahren enorm angestiegen. Nachrichtenportale und soziale Netzwerke haben ihren Siegeszug angetreten, dazu muss man nur einmal sein eigenes Internetverhalten beobachten. Für die verhältnismäßig doch recht langen Blogeinträge bleibt dann kaum noch Zeit. Darüber hinaus hat Google einen neuen Algorithmus eingeführt, der Blogs schlechter wertet als andere Seiten. Auch an den Kommentaren zu einzelnen Artikeln kann man den Niedergang der Blog-Kultur ablesen. Gab es noch vor einiger Zeit rege Diskussionen unter manchen Textbeiträgen, ist es heute eher ruhig geworden unter den Artikeln. Einen Vorteil hat das Ganze indes: Heute bloggt wirklich nur noch, wer Lust und etwas zu sagen hat – der soziale Druck, einen Blog zu haben, ist verschwunden, was in Sachen Qualität eine Chance sein könnte.

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